Von Nicole Schäfer
Eindrücke vom World Fund Summit in Berlin
Impact Investing wird noch immer häufig mit Verzicht, Förderlogik oder klassischer Nachhaltigkeit verbunden. Der World Fund Summit in Berlin zeigte ein anderes Bild: Es geht um künstliche Intelligenz, Energie, Quantencomputing, Batterierecycling, elektrische Flugzeuge, neue Materialien und technologische Souveränität.
Kurz gesagt: Impact Investing ist heute eines der spannendsten Felder an der Schnittstelle von Kapital, Technologie, Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung.
Der rote Faden des Summits war Europas Zukunftsfähigkeit. KI, Energieinfrastruktur, Speichertechnologien, Mikroelektronik, Defense Tech und Climate Tech wurden nicht isoliert diskutiert, sondern als strategische Bausteine europäischer Handlungsfähigkeit. Denn wer künftig über Energie, Rechenleistung, Rohstoffe und Schlüsseltechnologien verfügt, verfügt auch über wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit.
Eine zentrale Botschaft war: Der Staat allein kann diese Transformation nicht finanzieren. Europa braucht mehr privates Kapital, mehr Venture Capital und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen in Zukunftstechnologien. Vielleicht ist schon unsere Sprache Teil des Problems: In Deutschland sprechen wir von „Wagniskapital“. Treffender wäre oft: Zukunftskapital.
Besonders eindrucksvoll wurde sichtbar, wie technologisch Impact Investing heute ist. Unternehmen arbeiten an Batterierecycling, Quantencomputing, elektrischer Kurzstreckenfliegerei, nachhaltigem Heizen und Kühlen, alternativen Proteinen oder KI-gestützter Rohstoffsuche. Wirkung entsteht hier nicht durch moralischen Verzicht, sondern durch industrielle Innovation.
Ein Beispiel mit besonderer Nähe zu uns: Cylib aus Dormagen. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Batterierecycling und damit mit einer strategischen Frage Europas: Wie können wir unabhängiger von kritischen Rohstoffen werden? Wenn KI enorme Energiemengen benötigt, Energie Speicher braucht und Speicher von Rohstoffen abhängen, wird Recycling plötzlich zu einem Thema von geopolitischer Bedeutung.
Auch Robert Habeck brachte die Dimension des Themas pointiert auf den Punkt: Die technologischen Entwicklungen können einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Klimafrage leisten. Aber wenn Europa nicht schneller und entschlossener investiert, werden vor allem die USA und China diese Zukunft gestalten.
Für TRESONO ist Impact Investing deshalb kein Modethema. Es ist ein strategisches Zukunftsthema für Unternehmerfamilien. Gerade die nächste Generation denkt Kapitalanlage breiter: Rendite bleibt wichtig, aber sie wird zunehmend mit Wirkung, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit verbunden.
Unsere Rolle als Family Office sehen wir dabei nicht in der bloßen Produktauswahl, sondern in der unabhängigen Einordnung: Welche Themen sind langfristig tragfähig? Welche Anbieter überzeugen fachlich? Welche Risiken sind realistisch? Und wie passt ein Investment zur Familie, zur Vermögensstruktur und zu den eigenen Werten?
Unser Fazit: Impact Investing ist kein weichgespültes Nachhaltigkeitsthema. Es ist Deep Tech. Es ist Unternehmertum. Es ist Zukunftskapital. Und es zeigt, welche Kraft privates Vermögen entfalten kann, wenn es professionell, langfristig und verantwortungsvoll eingesetzt wird.
